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Test Pflegetagegeldversicherung - Finanztest 11/2017

Testbericht von Finanztest – Ausgabe 11/2017

31 Pflegetagegeldtarife im Test - nur 2 Tarife mit "SEHR GUT" bewertet

Cover Zeitung Stiftung Warentest - Finanztest Ausgabe 11 2017


Diese Mal haben sich die Experten von Finanztest relativ lange Zeit gelassen, um einen neuen Testbericht zur Pflegetagegeldversicherung vorzulegen. Die Leser der unabhängigen Verbraucherzeitschrift mussten bis zur Novemberausgabe 2017 warten, um eine umfangreiche Experteneinschätzung der neuen Pflegetarife zu erhalten.

Neu, da im Januar durch die Umstellung der gesetzlichen Pflegeversicherung von 3 Pflegestufen auf 5 Pflegegrade auch die private Versicherungswirtschaft ihr Tarifangebot grundlegend überarbeiten musste.

Private Pflegeabsicherung nicht für alle geeignet?

Unter dem Titel „Guter Weg für manche Fälle“ wird der interessierte Verbraucher ausführlich über die Vor- und Nachteile einer privaten Pflegeabsicherung aufgeklärt.

Der Hauptvorteil, im Pflegefall eine zusätzliche finanzielle Leistung abrufen zu können, ist relativ einfach erklärt und für Kenner des gesetzlichen Pflegeversicherungssystems auch nicht wirklich neu. Nach mehr als 20 Jahren gesetzlicher Pflegevorsorge in Deutschland ist wohl den meisten Menschen zwischenzeitlich bekannt, dass die Leistungen aus dem staatlichen „Pflege-Topf“ nur einen Teil der tatsächlich anfallenden Pflegekosten abdecken.

Liest man den Test aufmerksam, bleibt man unweigerlich an einem sehr interessanten Ansatz hängen, der jedoch sehr kritisch zu beurteilen ist. Nach Ansicht des Verfassers, sollte man sich vor dem Abschluss einer privaten Pflegetagegeldversicherung gut überlegen, ob man sich die Beiträge auch wirklich über die gesamte Vertragslaufzeit leisten kann. Ist dies nicht der Fall, so bekommt man den Eindruck, ist diese Art der Vorsorge nicht zu empfehlen. Doch wer kann heute schon mit Sicherheit sagen, ob er sich die Beiträge in 20, 30 oder 40 Jahren noch leisten kann. Und was wäre die Alternative? Es klinkt fast wie eine Wahrnung! Wir können uns nicht vorstellen, dass dies vom Verfasser des Artikels wirklich so gewollt war?

Hinweis: Da es sich bei der Pflegetagegeldversicherung um eine reine Risikoabsicherung handelt, ist der Versicherungsschutz an die Beitragszahlung geknüpft. Beinhaltet der Tarif keine Beitragsfreistellung, so muss auch nach Eintritt des Versicherungsfalls (Pflegebedürftigkeit) der Beitrag weiter bezahlt werden. Kann man die Beiträge nicht mehr aufbringen, hat das Versicherungsunternehmen das Recht den bestehenden Vertrag zu kündigen. Die investierten Beiträge erhält man bei Kündigung einer reinen Risikoversicherung nicht zurück.

Pflegetagegeldversicherung

Geburtsdatum: . .  

31 Tarife im Test

Nun aber zum eigentlichen Testbericht. Die Experten von Finanztest haben diesmal 31 Pflegetagegeldtarife von 27 unterschiedlichen Krankenversicherungsunternehmen ausgewertet. Wie schon in der Vergangenheit und bei Finanztest üblich, wurde der Test für zwei Modelkunden (45 und 55 Jahre) durchgeführt. Es wurde geprüft, welche Leistungen unter Berücksichtigung eines vorgegebenen Beitrags (56 bzw. 87 Euro) in den 31 verschiedenen Tarifen angeboten wird. Das so ermittelte Leistungsniveau wurde im Endergebnis mit 80% berücksichtigt. Die weiteren Vertragsbedingungen (Dynamik, Einmalzahlung, Wartezeit, usw.) flossen zu 20% in das Gesamturteil ein.

Die Testsieger

Das Qualitätsurteil „SEHR GUT“ wurde dieses Mal nur für 2 Tarife und auch nur für den 45-jährigen Modelkunden vergeben. Für den 55-jährigen Modelkunden gibt es nach Ansicht der Finanztest-Experten aktuell keinen Tarif der das Qualitätsurteil „SEHR GUT“ verdient hat. 

Nachfolgend die Top 5 des jeweiligen Tests.

Testergebnis: 45-jähriger Modelkunde - Beitrag ca. 56 Euro

  • Tarif PGA + PGS der HanseMerkur  -> SEHR GUT (1,5)
  • Tarif PTPU der Württembergische -> SEHR GUT (1,5)
  • Tarif PG1, PG2, PG3, PG4 der Concordia -> GUT (1,6)
  • Tarif DeutschlandPflege Flex der DFV -> GUT (1,6)
  • Tarif PTG der DKV -> GUT (1,6)

Testergebnis: 55-jähriger Modelkunde - Beitrag ca. 87 Euro

  • Tarif DeutschlandPflege Flex der DFV -> GUT (1,6)
  • Tarif PTG der DKV -> GUT (1,6)
  • Tarif PGA + PGS der HanseMerkur  -> GUT (1,6)
  • Tarif KPET der DKV -> GUT (1,7)
  • Tarif PG1, PG2, PG3, PG4 der Concordia -> GUT (1,8)

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Pflege-Bahr ist nicht empfehlenswert

4 Jahre nach Einführung der geförderten Pflegezusatzversicherung (oftmals als Pflege-Bahr bezeichnet) kommen die Experten von Finanztest zu dem Schluss, dass diese Form der Absicherung nicht mehr zu empfehlen ist. Hauptgründe: Sehr geringes Absicherungsniveau und eine unkalkulierbare Beitragsentwicklung in der Zukunft.

Testbericht online verfügbar

Den kompletten Artikel zur privaten Pflegezusatzversicherung inklusive Testergebnis, kann man auf der Internetseite von Finanztest für 3 Euro erwerben und als PDF herunterladen.

Link: Testbericht von Finanztest Novemberausgabe 2017