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Leben mit Familienanschluss (LeFa) – Ein neues Pflegemodell?

Eingetragen am 07.12.2013 um 13:10

Leben in der Gastfamilie

Ein sehr interessantes neues Modellprojekt zur ambulanten Pflege in einer Nachbarschafts- bzw. Gastfamilie.

Dem ein oder anderen ist ganz sicher das Modell der „Pflegefamilie“ bekannt, Hier leben fremde Kinder für einen bestimmten Zeitraum oder manchmal auch dauerhaft nicht bei den eigenen Eltern. Ein ähnliches Konzept verfolgt das Modellprojekt „Leben mit Familienanschluss“ kurz LeFa. In schwach besiedelten Landstrichen, soll so für Pflegebedürftige eine ambulante Pflege im vertrauten Wohnumfeld möglich sein, auch wenn die eigenen Kinder oder Verwandten arbeitsbedingt in die nächst größere Stadt verzogen sind und dort Ihren Lebensmittelpunkt gefunden haben.

Gerade in den neuen Bundesländern ist ein arbeitsbedingter Umzug der jüngeren Generation aus ländlichen Gegenden in Ballungszentren an der Tagesordnung. Die Oma, der Opa oder auch die Eltern, bleiben alleine auf dem Land zurück. Einen alten Baum verpflanzt man eben nicht so einfach. Tritt dann der Pflegefall ein, kann die Versorgung aufgrund der räumlichen Trennung nicht von den eigenen Kindern oder Enkeln übernommen werden. Was bleibt, ist die Versorgung durch einen ambulanten Pflegedienst und wenn die Versorgung ambulant nicht mehr gewährleistet werden kann, ist ein Umzug in das nächstgelegene Alten- oder Pflegeheim unvermeidlich. Hier will das neue Modellprojekt ansetzen.

Start an 6 verschiedenen Standorten

An je einem Standort in einem der 6 neuen Bundesländer ist das Modellprojekt im April gestartet. Derzeit werden noch geeignete Familien gesucht und in der Betreuung Pflegebedürftiger geschult. Es sollen insgesamt 18 Modellfamilien zusammenkommen. Es können Familien oder Paare teilnehmen, die ein freies Zimmer mit einem angrenzenden Badezimmer oder Waschraum haben und nicht mit dem Pflegebedürftigen verwandt sind.

Vorbild ist Frankreich. Dort hat sich das Modell der pflegenden Gastfamilie in den letzten 10 Jahren erfolgreich entwickelt. Mehrere tausend Pflegebedürftige werden zwischenzeitlich von einer Gastfamilie versorgt.

Die Chemie muss passen!

Damit sich die Gastfamilie und auch der Pflegebedürftige wohl fühlen, muss die Chemie passen. Daher gibt es zunächst ein Wohnen auf Probe, damit man sich gegenseitig beschnuppern kann. Merkt man, dass das Zusammenleben klappt, steht einem dauerhaften Umzug nichts mehr im Wege.

Sollte sich dieses Modellprojekt etablieren, könnte es wie auch die Pflege-WG zu einer echten Alternative gegenüber der anonymen Pflege in einem Heim heranreifen.

Hier den aktuelle LeFa-Projektflyer kostenlosen herunterladen.

 

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